Warum Doping und Bodybuilding sich gegenseitig bedingen

Wer sich für Wrestling in den USA interessiert, der hat vielleicht von jenem Skandal gehört, der Anfang der 1990er Jahre diesen Fake Kampfsport durcheinanderbrachte: Weil Wrestling und Bodybuilding naturgemäß viele Ähnlichkeiten haben beim Körperkult und der Formung wie Nutzung der eigenen Physis, wurde in der damaligen WWF viel gedopt und bekannte Catcher wie Hulk Hogan räumten den Gebrauch von Anabolika ein. Daran zerbrach das Unternehmen beinahe und ganz allgemein haben die Definition des Körpers, haben der Aufbau von Muskelmasse und die Präsentation eine Affinität zum Doping, die sich in vielen Fitnessstudios und in der Umkleidekabine ziemlich zuverlässig eingerichtet hat.

Schnelles Wachstum, perfekte Proportionen

Am verbreitetsten sind Anabolika und das ist auch verständlich. Anabole Steroide, dazu Präparate mit Hormonen meistens von Tieren, das beim Mann eigentlich vorhandene und hier noch zusätzlich zugeführte Testosteron – das ist im Wesentlichen der Cocktail, den sich viele Bodybuilder gönnen und der natürlich legal kaum zu haben ist. Im Internet und selbst in der Drogenszene werden die passenden Medikamente angeboten und sie führen sichtbar schnell zum Erfolg. Doch zu welchem Preis? Wir werden noch auf die Risiken genauer eingehen, aber es gibt mit Sicherheit nicht ohne Grund beispielsweise die Bewegung des Natural Bodybuildings, das ist vergleichbar mit Straight Edge und verzichtet beim Training vollständig auf jegliche pharmazeutische Mittel.

Motivation und genetische Limits: Natürlich nehmen die Menschen Anabolika, um die eigenen Grenzen zu überwinden. So bestehen genetische Limitierungen bei Frauen und Männern, die sich schlichtweg nicht überwinden lassen mit normalen Mitteln, die Experten sprechen hier von natürlichen Grenzen, die es mit Steroiden zu überwinden gelte und zusammen mit harter Arbeit im Studio lässt sich dann der exorbitant ausgeformte Körper erreichen. Man darf an dieser Stelle aber auch gespannt seyn, was der Mensch noch alles ausprobiert und ähnlich wie bei Tattoos, Piercing oder Schönheitsoperationen wird auch beim Bodybuilding der aktuelle Stand der Wissenschaft intensiv genutzt.

Gesundheitliche Risiken und Nebenwirkungen

Neben den scheinbaren Vorteilen zur Überwindung von Grenzen hat Doping jedoch eine Menge Risiken in petto, die man nicht unterschätzen sollte. Neben einer möglichen Abhängigkeit, die den Körper immer weiter ausdefinieren und später auf dem erreichten Level halten möchte, ist es vor allem die Schädigung des Organismus, die zu denken gibt. Die Rede von den Schrumpfhoden beim Mann ist kein Vorurteil, sondern beschreibt eine häufige Nebenwirkung, dazu können Brüste wachsen und Herzprobleme auftreten. Nieren und Leber haben beim Gebrauch von Anabolika ordentlich zu tun, oft ist das dann eine Überlastung und selbst Impotenz und Schlaganfälle sind bei Bodybuilding zu beobachten.

Und das ist noch nicht alles: Einige Präparate werden extrem hoch dosiert und zusammen mit übermäßig Eiweiß sowie der permanenten Belastung des Kreislaufs sind Sportler sogar schon im Studio zusammengebrochen und gestorben! Forscher meinen sogar, dass der regelmäßige Steroidkonsum unausweichlich zu solchen Problemen führt und oft merken die Betroffenen aufgrund mangelnder medizinischer Betreuung erst etwas von den Beschwerden, wenn es zu spät ist. Selbst Jugendliche greifen mittlerweile verstärkt zum Doping und sowohl Profis wie Amateure sollten genau aufpassen, was für die Definition des Körpers gut ist und zugleich dessen Konstitution nicht beeinträchtigt.